Lesung im Waisenhaus
Walter Kaufmann wuchs als Adoptivsohn jüdischer Eltern in Duisburg auf. Sie wurden in Auschwitz ermordet. Er konnte 1939 Nazideutschland noch verlassen, entkam nach England und schließlich nach Australien. Hier war er Soldat, arbeitete als Hafenarbeiter und als Seemann. Hier schrieb er seine ersten, von der amerikanischen short story beeinflussten Geschichten. 1957 übersiedelte er in die DDR. Walter Kaufmann, Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen und Reportagen, langjähriger Generalsekretär des PEN-Klubs der DDR wird liest aus Kindheits- und Jugenderlebnisse in Duisburg und wird auf das Novemberpogrom eingehen.
Inge Lammel wuchs in einer jüdischen Familie in Berlin auf. 1939 wurden die 15jährige und ihre Schwester von den Eltern mit einem Kindertransport nach England geschickt, wo eine hilfsbereite Familie sie aufnahm. Ihre Eltern starben in Auschwitz. 1947 fuhr sie nach Deutschland zurück, weil sie überzeugt war, dass sie hier gebraucht werde. Inge Lammel leitete über 30 Jahre das Arbeiterliedarchiv an der Akademie der Künste der DDR und veröffentlichte zahlreiche Publikationen. Sie war 1990 Mitbegründerin des Pankower Bundes der Antifaschisten und erarbeitete Ausstellungen und Bücher zum jüdischen Leben in Pankow. Sie liest aus Erinnerungen an den 9. November 1938 in Pankow.
• 10. November 2006 – 18 Uhr
• Literaturforum im Brecht-Haus – Chausseestraße 125
• Berlin Mitte
Foto: Wolf (1922–1973) und Luta Vishniac (1899–1998) an der Reling der „S.S.Siboney“ kurz vor Erreichen des Hafens von New York, 31.Dezember1940, Fotografie von Roman Vishniac. © Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Mara Vishniac Kohn