Monatsarchiv für September 2006

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Lesung im Waisenhaus

Walter Kaufmann wuchs als Adoptivsohn jüdischer Eltern in Duisburg auf. Sie wurden in Auschwitz ermordet. Er konnte 1939 Nazideutschland noch verlassen, entkam nach England und schließlich nach Australien. Hier war er Soldat, arbeitete als Hafenarbeiter und als Seemann. Hier schrieb er seine ersten, von der amerikanischen short story beeinflussten Geschichten. 1957 übersiedelte er in die DDR. Walter Kaufmann, Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen und Reportagen, langjähriger Generalsekretär des PEN-Klubs der DDR wird liest aus Kindheits- und Jugenderlebnisse in Duisburg und wird auf das Novemberpogrom eingehen.

Inge Lammel wuchs in einer jüdischen Familie in Berlin auf. 1939 wurden die 15jährige und ihre Schwester von den Eltern mit einem Kindertransport nach England geschickt, wo eine hilfsbereite Familie sie aufnahm. Ihre Eltern starben in Auschwitz. 1947 fuhr sie nach Deutschland zurück, weil sie überzeugt war, dass sie hier gebraucht werde. Inge Lammel leitete über 30 Jahre das Arbeiterliedarchiv an der Akademie der Künste der DDR und veröffentlichte zahlreiche Publikationen. Sie war 1990 Mitbegründerin des Pankower Bundes der Antifaschisten und erarbeitete Ausstellungen und Bücher zum jüdischen Leben in Pankow. Sie liest aus Erinnerungen an den 9. November 1938 in Pankow.

• 10. November 2006 – 18 Uhr

• Literaturforum im Brecht-Haus – Chausseestraße 125

• Berlin Mitte

Geschrieben von 1 am 2. September 2006 | Abgelegt unter Veranstaltungen | Kommentare deaktiviert

„Heimat und Exil. Emigration der deutschen Juden nach 1933“

Der erzwungene Exodus der deutschen Juden nach 1933 ist das Thema einer großen Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin in Kooperation mit dem Haus der Geschichte in Bonn. Erstmals wird die Emigration der deutschen Juden in über 100 Länder in einer Gesamtschau gezeigt.

Foto: Wolf (1922–1973) und Luta Vishniac (1899–1998) an der Reling der „S.S.Siboney“ kurz vor Erreichen des Hafens von New York, 31.Dezember1940, Fotografie von Roman Vishniac. © Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Mara Vishniac Kohn

Die Ausstellung erzählt von Verfolgung und Fluchtvorbereitung, von Reisewegen in eine ungewisse Zukunft und vom Neuanfang in einer fremden Welt. Sie zeichnet anhand individueller Schicksale die ersten Jahre in den verschiedenen Aufnahmeländern nach: Die Schwierigkeiten, eine neue materielle Grundlage zu schaffen, die Anpassung an eine fremde Umgebung, an klimatische Bedingungen und kulturelle Eigenarten. Die quantitativ stärksten Aufnahmeländer – USA, Großbritannien, Palästina, Lateinamerika – sowie zwei „exotische“ Beispiele, Schanghai und die Dominikanische Republik, stehen dabei im Mittelpunkt.

Im Spannungsfeld von Alltag, Anpassung und Integration geht die Ausstellung der Frage nach der emotionalen und geographischen Verortung von Heimat nach.
Kontakt und Informationen: Jüdisches Museum Berlin

• 29. September 2006 bis 7. April 2007

• Jüdisches Museum Berlin – Lindenstraße 9–14

• Kreuzberg

Geschrieben von 1 am 1. September 2006 | Abgelegt unter Veranstaltungen | Kommentare deaktiviert