Am 16. / 17. Januar 1948 gründete sich der Berliner Verband als letzter Landesverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Heute – nach nunmehr 60 Jahren antifaschistischen Engagements – gehört die VVN zum festen Bestandteil demokratischer zivilgesellschaftlicher Strukturen und antifaschistischer Bündnisse. In ihr sind weit mehr als 60 Jahre Erfahrungen antifaschistischen Kampfes unter Bedingungen aufgehoben, die unterschiedlicher kaum sein können: Verfolgung und Widerstand unter den extremen Bedingungen des Nazi-Regimes, demokratischer Neubeginn im Kalten Krieg, zivilgesellschaftlicher Protest in der Bundesrepublik, Gestaltung eines neuen Deutschland im Osten samt Fehlern und Versäumnissen und dessen Niedergang – und dann ein erneuter Neubeginn im vereinten Deutschland.
Wir nehmen den 60. Geburtstag der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes zum Anlass, genau diese vielfältigen Erfahrungen – Erfolge, Rückschläge, daraus folgende Lernprozesse und Fortentwicklung eigener Positionen – zu reflektieren und für die Herausforderungen künftigen antifaschistischen Engagements fruchtbar zu machen.
Denn noch immer liegen viele Aufgaben und Träume unerfüllt vor uns.
Sowohl die Konferenz als auch die Festveranstaltung sind öffentlich, der Eintritt ist frei, die Veranstaltungsorte sind behindertengerecht. Alle sind herzlich eingeladen.
Um Antwort wird gebeten an Berliner VVN-BdA, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, +49 30 29 784 178, Fax: +49 30 29 784 378, Email: berlin@vvn-bda.org.
Programm der Konferenz:
„FÜR EINE WELT DES FRIEDENS UND DER FREIHEIT“ – ZUR GESCHICHTE DER VVN
10 bis 13 Uhr:
Auf dem Podium
Dr. Hans Coppi im Gespräch mit Dr. Elke Reuter (Historikerin):
„Die VVN im sich teilenden Berlin“
Dr. Nicole Warmbold im Gespräch mit Dr. Peter Kirchner (ehem. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlin / Ost):
„Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die VVN“
Dr. Elke Reuter im Gespräch mit Prof. Dr. Hans Lauter (Zeitzeuge):
„Auflösung der VVN in der DDR“
Stefan Hölzer im Gespräch mit Dr. Ulrich Schneider (Historiker):
„Die VVN in der Bundesrepublik zwischen Repression, Selbstbehauptung und Öffnung“
„ANTIFASCHISTISCHE PERSPEKTIVEN IN EUROPA“
14 bis 15.30 Uhr:
Diskussions-Runde
„Im Zeichen der Totalitarismustheorie? Gedenken an die Opfer des Naziregimes im vereinten Europa“; mit
Dr. Harald Schmid (Zeithistoriker, Uni Kiel)
Dr. Ulrich Schneider (Historiker, Generalsekretär der / F.I.R.)
Tobias Pflüger (Die Linke, MdE)
Moderation: Michael Klundt (Politikwissenschaftler)
16 bis 17.30 Uhr:
Diskussions-Runde
„Nazismus im Zeichen der Globalisierung“:
Elisabeth Schroedter (Grünen)
Prof. Dr. Gudrun Hentges (Hochschule Fulda)
Andreas Speit (Publizist)
Moderation: Dr. Gideon Botsch (Politikwissenschaftler)
Begleitprogramm:
Ausstellungen, Historische Filmaufnahmen, Bücher-, Infotische, Essen und Trinken
• 20. Januar 2008 – 10 Uhr
• ND-Gebäude, Franz-Mehring-Platz 1, Münzenberg-Saal, 1. Stock, S-Bhf. Ostbahnhof
• Berlin Friedrichshain